Sag mir wo die Blumen sind …? In Königstetten!

 

Wiesen gehören für uns so selbstverständlich zum Landschaftsbild wie Wälder oder Äcker. Doch selbstverständlich sind sie keineswegs: In der mitteleuropäischen „Urnatur“ gab es Wiesen nur kleinflächig in Augebieten, auf außergewöhnlich trockenen Stellen, in den Bergen über der Waldgrenze oder in Lawinenbahnen, alles andere war bewaldet. Unsere bunten Heuwiesen dagegen sind durch regelmäßige Mahd entstanden. Die Sense verhinderte über Jahrhunderte das Aufkommen von Gehölzen, mit dem Heu wurden den Wiesen auch Nährstoffe entnommen, Dünger war kostbar und den Äckern vorbehalten. Eine Vielzahl bunter Kräuter und Stauden  –eben die Wiesenblumen- kam mit diesen gar nicht so einfachen Lebensbedingungen am besten zurecht und bildete mit verschiedenen Gräsern die Futtergrundlage für das Vieh.

 

In weiten Teilen Mitteleuropas allerdings ist diese eingespielte Lebensgemeinschaft inzwischen durch geänderte wirtschaftliche Bedingungen gefährdet. In Gunstlagen wurden Düngung und Mahd intensiviert, statt Heu wird Silofutter gemacht, was dazu führt, dass fade grüne Kurzrasen die bunten Blumenwiesen verdrängten. Andererseits wurde die Heuernte oft überhaupt aufgegeben, die Wiesen verbuschten und die Blumen verschwanden. In Königstetten sind wir in der glücklichen Lage, dass die traditionelle bäuerliche Wiesennutzung noch weitgehend intakt ist. Dem verdanken wir unsere prachtvollen Wiesen, die von Fachleuten nicht umsonst als „von internationaler Bedeutung“ eingeschätzt werden.

 

Im Frühjahr zur Blütezeit der schönsten Wiesenblumen (je nach Witterung voraussichtlich Ende Mai) lädt die FUER Königstetten zusammen mit dem Alpenverein alle Blumenfreunde zu einer  Wiesenwanderung mit dem Botaniker und Ökologen Prof. Georg Grabherr ein, genauer Termin wird noch bekannt gegeben.

 

Das „Teufelsgfrieß“ (Hummel-Ragwurz), eine seltene Orchidee, ist sogar in Königstetten ein rarer Fund

Der blaue Wiesensalbei bietet ein prächtiges Bild, ist aber als Futterpflanze wegen seines bitteren Geschmacks nicht beliebt

Unsere orchideenreichen Halbtrockenrasen gehören zu den nach EU-Recht besonders geschützten Lebensraumtypen

Das Brand-Knabenkraut, ebenfalls eine Orchidee, verdankt seinen Namen den wie angebrannt wirkenden Spitzen der Blütenstände