Transalp light - 18.7. - 24.7.2010
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Nach den anstrengenden Erfahrungen der Transalp – Touren mit unseren Mountainbikefreunden (siehe Bericht Transalp IV) und der aufgetretenen Verschleißerscheinungen an Mensch und Material beschlossen wir (Friedl Nagl, Luis Kosednar, Gerhard Niedermayer, Franz Dörfler, Manfred Nagl), heuer eine etwas gemächlichere Alpenüberquerung durchzuführen.
Den ursprünglich vorgesehenen Termin mussten wir wegen des anhaltenden Schlechtwetters um 2 Wochen verschieben (Schnee auf den Pässen und dadurch noch teilweise geschlossene Hütten).
Wir fuhren daher am 18.07. am frühen Nachmittag von St. Pölten aus mit dem Zug nach St. Anton wo wir nach einem guten Abendessen in einem Quartier direkt neben unserem Startpunkt übernachteten.
Am nächsten Tag führte uns der Weg in das anfänglich gemächlich ansteigende Verwalltal über den steilen Anstieg zur Heilbrunner Hütte nach Galtür wo wir im Ortszentrum eine Mittagspause einlegten. Gestärkt und mit (teil-)isotonischen Getränken versorgt (angeblich soll alkoholfreies Bier isotonisch sein) radelten wir weiter nach Ischgl. In der Hoffnung den steilen Anstieg nach dem Ortszentrum nicht absolvieren zu müssen (wir sparten uns lediglich einige Höhenmeter), stellten wir fest, dass es dieselbe steile Auffahrt ist, welche wir teilweise schon bei der Transalp I gefahren waren. Leider begann ab diesem Zeitpunkt bei Friedl ein Knie zu schmerzen. Zur Bekämpfung der Strapazen legten wir auf der Bodenalpe im wunderschönen Fimbatal noch eine Rast ein, um schließlich die grüne Grenze zur Schweiz zu passieren und unser erstes Tagesziel, die Heidelbergerhütte zu erreichen.
Nach dem Frühstück schoben wir unsere Mountainbikes ca. 350 Höhenmeter steil hinauf zum Fimbapass auf Höhe von 2608 m. Die „Abfahrt“ vom Fimbapass Richtung Vna ist nicht minder anstrengend und besteht abermals aus Schiebepassagen (leider nicht gerade das optimale für Friedls angeschlagenes Knie). Lediglich unsere hart gesottenen Mountainbiker Gerhard und Manfred fuhren den steilen, mit großen, losen Steinen gepflasterten Weg hinunter. Die Devise von Gerhard „Abgstiegn wird nur übern Lenker“ bewahrheitete sich leider zweimal wobei zum Glück nichts passiert ist.
Durch malerische Orte im Schweizer Engadin fuhren wir über die Straße nach Sent, um anschließend in das Tal Richtung Scoul mit dem Anstieg nach S-charl in das sehenswerte Schweizer Ausflugs- Naturschutzgebiet einzutauchen und über Lü in unserem Quartier in Tschierv zu landen.
Auf den 4. Tag habe ich mich persönlich am meisten gefreut, da wir nach dem Anstieg über den Döss Radmond und den Passo Val Mora (Grenze CH/I) in das wunderschöne Val Moratal kamen. Die Gegend in diesem abgelegenen Tal gleicht einer Postkartenidylle – hohe Berge - breites Tal - plätschernder Bach – der Weg führt neben dem Wasser bergab. Noch bevor wir die beiden Stauseen von Fraele erreichten trafen wir auf die Letzten des Transalpmountainbikerennens, welches zeitgleich mit unserer Tour stattfand. Nach einer Pause fuhren wir weiter nach Grosio und bei einer Beratung entschieden wir uns, am nächsten Tag nicht den kürzeren Weg über den berüchtigten Passo Foppa zu nehmen, sondern fuhren weiter bis nach Sondalo, wo wir übernachteten.
Die längere Etappe an diesem Tag führte uns auf der Straße nach Le Prese weiter über Fumero in ein Tal, welches in den steilen Wanderweg Richtung Gaviapass führte. Die letzen Kilometer gelangten wir dann auf die asphaltierte Straße. Treffpunkt war der auf 2618 Meter über dem Meer gelegenen Gaviapass, wo wir uns auf die anschließende lange Abfahrt vorbereiteten. Bei der Abfahrt zu unserem Tagesziel in Ponte die Legno erlebten wir noch einen gehörigen Schrecken als wir mit hohem Tempo bergab in einen vollkommen unbeleuchteten Tunnel einfuhren (soviel zum Thema Tunnelsicherheit in Italien).
Für den nächsten Tag haben wir die etwas leichtere Variante ausgewählt – beinahe als hätten wir geahnt, dass es das Wetter diesmal nicht gut mit uns meinen sollte. Auf der Fahrt von Ponte de Legno über den La Roccia und den Passo Tonale nach Dimaro beobachteten wir des Wetter laufend, da sich ausgerechnet über unserem Tagesziel in Madonna di Campiglio ein Gewitter zusammenbraute. In der Hoffnung, das Gewitter würde abziehen, legten wir unsere Mittagpause ein und stärkten uns vor der Auffahrt nach Madonna. Kaum hatten wir das Gasthaus verlassen, begann es heftig zu regnen und wir beschlossen die an diesem Tag noch ausständigen 800 Höhenmeter bergauf durch den Wald „anzutreten“. Knapp nach der Einfahrt in den Waldweg stellte ich fest, dass meinem Vorderreifen die Luft ausging. Es war dies die einzige Panne der ganzen Tour was bei diesen Bodenverhältnissen beinahe an ein Wunder grenzt. Während Friedl, Luis und Manfred weiterfuhren, wechselte Gerhard den Schlauch meines Vorderrades und wir zogen trotz starken Gewitters die Regenkleidung aus (zum Glück war es warm). Die darauf folgende Auffahrt nach Madonna behalte ich sicher in Erinnerung, da mich Gerhard als „personal Choach“ motivierte, nicht abzusteigen um mein Fahrrad für einige Meter den Berg hinaufzuschieben (lediglich 2x gelang es mir in einem unbeobachteten Moment Gerhard auszutricksen) ansonsten galt Gerhards Devise „Abgestiegen wird nicht“. Fazit: völlig durchnässt erreichten wir unser Quartier in Madonna di Campiglio. Manfred überzeugte mit seinem Charme die Besitzerin, unsere gesamte nasse Kleidung (inkl. Schuhe) im Wäschetrockner zu „entfeuchten“.
Am Morgen des letzten Tourentages war das Unwetter abgezogen und wir beschlossen die längere Etappe zum Gardasee zu nehmen. Obwohl wir drei GPS Geräte mitführten, hatten wir am Vormittag zwei mal das Problem den richtigen Weg zu finden, gelangten aber dann doch richtig via Bärenpass in die Ortschaft Stenico und über den Passo Ballino zu unserem letzten Pass - Tenno.
Vom Berg aus konnten wir bei herrlichem Sonnenschein und mediterranen Temperaturen den vor uns im Tal liegenden Gardasee sehen.
Trotz der verlockenden Abfahrt blieben wir einige male stehen und genossen den wunderbaren Ausblick.
Als wir nach der Abfahrt am See bei Rovereto ankamen hielten Friedl und Manfred nicht einmal die beinahe eisigen Temperaturen des Sees davon ab eine Runde zu schwimmen. Mir reichte eine kurze Abkühlung, Luis und Gerhard kühlten die Beine. In unserer Vorfreude auf ein tolles Abschlussessen versuchten wir im Fremdenverkehrsbüro ein Zimmer zu bekommen (bisher hatten wir immer alle Zimmer am Tag davor telefonisch vorreserviert). Eigentlich gingen wir davon aus, dass dies kein Problem sein sollte, aber leider mussten wir zur Erkenntnis gelangen, dass die Quartiersuche aussichtslos war. So blieb uns nichts anderes übrig als uns die aktuellen Zugpläne zu besorgen und während des eingeschränkten Abendessens (die gesamte Menüauswahl hätte es erst nach 19.00 Uhr gegeben) unsere direkte Heimreise mit der Bahn zu organisieren.
Resümee: eine tolle, erlebnisreiche Woche lag hinter uns, die Teilnehmer der Gruppe (41 – 71) harmonierten perfekt – Fortsetzung erwünscht denn es gilt:
„Abgestiegen wird nicht“
Franz Dörfler
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