Steiermarktour - 29.9. - 1.10.2006

Was wird uns wohl erwarten? Diese Frage stellten sich wohl alle von uns. Die Streckenführung unserer heurigen Herbstausfahrt haben wir nämlich nicht selbst zusammengestellt; das hat der 'Steirer-Lois' - ein guter Bekannter vom Nagl Friedl - erledigt, der uns eingeladen hatte, für eine Mountainbiketour zu ihm nach Graz zu kommen.

 

Also heißt es am Freitag, den 29.9. für fünf von uns zeitig aufstehen (der Rest der Truppe reiste erst am Abend an). In Graz angekommen, werden wie erst einmal mit einem ausgiebigen Frühstück überrascht. Erst kurz vor Mittag können wir uns schließlich aufraffen, unsere Bikes zu besteigen. Lois führt uns in einen weiten Bogen um Graz herum und zeigt uns so manch schönen Singletrail. Bei einer Rast auf dem Plabutsch genießen wir schließlich den Ausblick auf Graz.
Nach der Rückkehr kann Veronika - die Frau von Alois - ihren Ruf als perfekte Gastgeberin abermals bestätigen, hat sie doch in der Zwischenzeit ein köstliches Abendessen für uns vorbereitet.

 

Am nächsten Tag holt uns Lois von unserem Quartier in Unterpremstätten ab und wir fahren vorerst einmal mit dem Auto bis Bad St. Leonhard. Dort steigen wir auf das Bike um und radeln über Reichenfels und den Lavantgraben in die Seetaler Alpen. Auf schönen Forststraßen und Wegen gelangen wir über die Stationen Waldheimhütte, Maria in der Zirbe und Türkenkreuz zur Stoanahütte, wo wir unsere Mittagsrast  halten.

 

Nach der Mittagsrast kommen dann die Freunde technisch schwieriger Strecken unter uns voll auf ihre Rechnung. Bis zur Feldalmhütte warten unzählige Wurzeln, Gräben, Lacken, Löcher, Rillen und Felsblöcke auf unsere Bezwingung, was in den meisten Fällen auch gelingt. Aber die Strecke fordert auch ihren Tribut in Form von einigen Stürzen, die aber alle glimpflich verlaufen. Nur ein Tachometer verabschiedet sich auf Nimmerwiedersehen und liegt wohl noch heute gut versteckt irgendwo neben der Strecke.

 

Sind wir bis zur Feldalm nur langsam vorangekommen, geht es von hier ab als Ausgleich dafür umso schneller weiter. In einem fantastischen 20-minütigen Downhill nach Reichenfels kommt so manche(r) von uns wohl in einen Geschwindigkeitsrausch und vernichtet die den ganzen Tag über mühevoll ertretenen Höhenmeter im Rekordtempo. Nach einer kurzen Stärkung in Reichenfels fahren wir wieder zurück in unser Quartier, wo wir beim gemeinsamen Abendessen das während des Tages Erlebte in gewohnt lustiger Art Revue passieren lassen.

 

Auch am folgenden Tag holt uns Lois ab und wir fahren dieses Mal mit dem Auto Richtung Koralpe. Nach dem Start in der Nähe der Weinebene fahren wir Richtung Grünangerhütte. Nach 20 Minuten heißt es jedoch wieder absteigen. Denn von nun an geht es nur noch zu Fuß weiter. Auf einem steilen, schmalen Steig geht es hinauf Richtung Steinmandl. Am Ende des Steiges werden wir auf der Hochalm schon erwartet - und zwar vom Wind. Da vermag uns auch die strahlende Sonne kaum mehr zu wärmen. Nach einem kurzen Halt bei den sehenswerten Steinmandln schwingen wir uns wieder auf die Räder und fahren über die Hühnerstütze Richtung Großer Speikkogel. Etwas unterm Gipfel des Großen Speikkogels ist der Umkehrpunkt erreicht. Schließlich müssen wir heute leider wieder die Heimreise antreten. Die meisten von uns lassen es sich aber nicht nehmen, die Räder liegen zu lassen, um noch den Gipfel (2.140 m) zu erstürmen. Dass wir hier schon im Hochgebirge sind, merken wir auch daran, dass wir uns einmal guter Fernsicht erfreuen können, im nächsten Moment jedoch ein Wolkenfetzen die Sicht wieder auf wenige Meter beschränkt.

 

Zurück geht die Route Richtung Schäferkreuz. Wir lassen den Sprungkogel, den Moschkogel und die Brandhöhe linker Hand liegen und kommen wieder in die Weinebene zurück. Die Abfahrt ist anfangs durch die von tiefen Furchen durchzogenen Wege wieder eine technische Herausforderung. Ab Höhe Großhöllerhütte können wir es aber wieder so richtig laufen lassen, da der Weg in eine gut ausgebaute Schotterstraße mündet. Durch das hohe Tempo sind auch ein paar kleine Sprünge möglich; dementsprechend breit ist das Grinsen am Ziel.

 

Auf der Straße geht es dann noch ein kurzes Stück zum Parkplatz, auf den wir die Autos abgestellt haben. Wir verstauen die Räder und treten schließlich die Heimreise an nicht ohne uns beim Lois für die drei schönen Tage zu bedanken.

 

Michael Rubitzko

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