Kärnten-Seen-Biking-Tour - 7.6. - 10.6.2007
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Sechzehn Biker hofften bei unserer heurigen Haupttour auf ein ähnlich schönes Wetter wie bei der vorjährigen Dachsteinrunde. War doch Ziel jeder Etappe - wie die Bezeichnung der Tour schon vermuten lässt - einer der vielen Kärntner Badeseen. Doch leider behielten die Wettervorhersagen Recht. Schon bei der Abfahrt beim Stift St. Georgen am Längsee hüllen sich die meisten von uns in wärmende Jacken - hat es doch nur 14 Grad bei bedecktem Himmel. Und auch während des gesamten Tages klettert das Thermometer kaum. Da die Strecke nicht beschildert ist und die Streckensuche mit dem Roadbook doch sehr zeitaufwändig ist, entschließen wir uns, nicht wie vorgesehen in zwei Leistungsgruppen sondern gemeinsam zu fahren.
Die erste Tagesetappe führt vorbei an der Burg Hochosterwitz nach Brückl, wo schließlich der Anstieg nach St. Ulrich beginnt. Die Abfahrt erfolgt über den Michaelerberg nach St. Margarethen, dem Völkermarkter Stausee zum Klopeiner See, unserem ersten Etappenziel. Da noch genug Zeit zur Verfügung steht, bezwingen einige von uns noch einen nahen Berg um danach dem kühlen Wetter trotzend doch noch eine Runde im Klopeiner See zu schwimmen.
Am zweiten Tag steht etwas ganz Besonderes am Programm: das 'Stollenbiken'. Im 1994 geschlossenen Bleibergwerk von Crna in Slowenien befahren wir mit einem Guide 5 km der insgesamt 1000 km Stollen und Gänge und erfahren auch einiges Interessantes im angeschlossenen Museum. Nach dem günstigen Mittagessen in Crna geht's bei leichtem Regen hinauf in die Petzen durch das Naturschutzgebiet Toplatal und über den Luschasattel zurück zum Klopeiner See. Als wir bei einem Telefonat erfahren, dass in Königstetten schönstes Sommerwetter herrscht, macht sich doch ein wenig Frust breit. Aber der Regen hört schließlich auf und so steht auch am heutigen Tag für einige von uns einem Bad im wärmsten Badesee Österreichs nichts mehr im Wege. Danach besuchen wir noch kurz die Familie Müllner, die seit 45 Jahren den Sommer am Klopeiner See verbringt.
Der dritte Tag ist von Extremen geprägt. Zuerst fahren wir 40 km durch schöne Flusslandschaften entlang der Drau bis nach Feistritz. Das war der extrem ebene Teil. Was uns nach Feistritz
erwartete, ist in der Tourbeschreibung im Internet so treffend beschrieben, dass ich nur zitiere: "... Hier wandelt sich der Charakter der Route abrupt. Auf das gemütliche Radeln im Flachen entlang
der Drau folgt nun ein Mountainbiketrail ins Bärental, der zuerst steil beginnt und dann immer noch steiler und steiler wird. Sehnsüchtig wartet der Biker auf ein Flachstück hinter jeder Kurve, um
endlich den gequälten Muskeln eine kleine Ruhepause zu verschaffen. Hinter der nächsten Kurve kommt aber mit Sicherheit das nächste Steilstück bis man schließlich in den letzten Serpentinen Richtung
Klagenfurter Hütte auch in den Augen hartgesottener Biker die Zeichen leichter Verzweiflung nicht mehr übersehen kann. Dafür wird man belohnt mit einer der gewaltigsten Berglandschaften, welche die
Alpen zu bieten haben..." Den bis zu 25% steilen Anstieg über eine Distanz von 1.300 Höhenmeter in einem Stück schaffen dann nur noch Sepp Koller, Richard Kreuzspiegl und Michaela Dietrich ohne
Absteigen (zum Gaudium der entgegenkommenden Wanderer wohl angetrieben von ca. je 5 Millionen Fliegen, die einem Schwarm Sardinen gleich zu einem Ganzen verschmolzen einen lebenden Rucksack bildeten,
der wie von einem unsichtbaren Band gezogen einen halben Meter hinter dem Kopf dahinschwebte ;-)). Der Rest der Gipfelstürmer genehmigt sich zwecks Erholung einige Schiebestrecken. Dieser Uphill, das
herrliche Panorama bei der Klagenfurter Hütte und der anschließende Downhill auf der gleichen Strecke entschädigen dann für die doch vielen Flachstücke und Asphaltkilometer, die nicht so nach unserem
Geschmack waren.
Vorbei am Ferlacher Stausee, Rauschelsee und dem Keutschacher See erreichen wir schließlich erschöpft unser Ziel, den Hafner See, der ebenfalls für ein ausgiebiges Bad genutzt wird.
Besonderer Dank gilt Anni Nagl, Elfi Klein und Günter Klein, die uns während der gesamten Tour bestens betreuten und für den Gepäcktransport sorgten.
Daten und Fakten:
7.6.: Längsee - Klopeiner See
75 Kilometer und ca. 1.500 Höhenmeter.
16.6.: Klopeiner See - Klopeiner See (Rundkurs)
100 Kilometer und ca. 1.900 Höhenmeter.
17.6.: Klopeiner See - Hafner See
102 Kilometer und ca. 1.750 Höhenmeter.
Michael Rubitzko
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